Mit einer intelligenten Kommissionierstrategie gezielt das Potenzial im Lager steigern!

Von Joshua Smith
11. Januar 2021 09:13:00 MEZ
Phasen Kommissionierstrategie

Aufträge über Aufträge? Zu kommissionierende Positionen ohne Ende? Aber wie bekomme ich das Ganze effizient abgearbeitet? Fest steht: Die Kommissionierung ist ein äußerst wichtiger Kernprozess im Lager eines jeden Unternehmens, welchen es keineswegs zu vernachlässigen gilt. Nicht selten macht der Kommissionierprozess gut 50% der gesamten Aufwände innerhalb eines Distributionszentrum aus. Der Anteil reiner Wegzeit ist dabei erheblich und bindet enorme Kapazitäten – das schlägt sich unvermeidlich auf die Effizienz der logistischen Prozesse im Lager insgesamt nieder. Die Lösung? Eine Verschlankung des Prozesses durch die Minimierung von Laufwegen. So lautet die Devise: an einer intelligenten Kommissionierstrategie führt kein Weg vorbei! 

Denn stellen Sie sich einmal das folgende vereinfachte Szenario vor: Sie haben zwei Aufträge mit gleichen Positionen, bspw. einer Glühbirne. Für den ersten Auftrag benötigen Sie eine Stückzahl von 5 und für den zweiten Auftrag eine Anzahl von 100 Glühbirnen. Wie effizient würden Sie es finden, wenn die 100 Stück aus mehreren Quellen sowie von unterschiedlichen Mitarbeitern zusammengestellt werden und dabei auch noch die Segmente (Bereiche) oder Ebenen im Lager gewechselt werden – es jedoch an einem anderen Lagerplatz möglich wäre, aus einer einzigen Box mit rund 150 verfügbaren Glühbirnen, die notwendigen Positionen für beide Aufträge zu picken?

Bei einem unserer Kunden konnten wir bereits mit Hilfe von SuPCIS-L8 eine effiziente Strategie designen, mit dem Ziel, die Leistung in der Kommissionierung erheblich zu steigern. Ziel der Optimierung war dabei vor allem die Reduzierung der Laufwege: Die mehrgeschossige Fachbodenanlage bietet mit vier Ebenen bzw. 11 Kommissioniersegmenten genügend Lagerplätze für das breite Artikelsortiment mit vielen verschiedenen Produkten, die nicht selten an mehreren Stellen im Fachbodenlager gelagert werden. Die neue Bestandsreservierung macht es möglich, zwischen den vielen Möglichkeiten der Reservierung von einzelnen Auftragspositionen strategisch sinnvolle, orts-bezogene Kombinationen zu bilden und auf diese Weise genau vorzugeben, auf welcher Ebene bzw. in welchem Segment gepickt werden soll. Strategisch bezogen auf den zu reservierenden Auftrag, können damit möglichst geringe Wege der anzulaufenden Lagerplätze festgelegt und die Wegezeiten für einen Auftrag damit so gering wie möglich gehalten werden. Kurzum: möglichst nah beieinander reservieren für eine möglichst "dichte" Kommissionierung des Auftrags.   Eine wesentliche Grundlage für diese optimierte Bestandsreservierung sind hierfür vor allem die Prozessfragen wie: „Können alle Positionen des zu reservierenden Auftrags in einem einzelnen Segment reserviert werden (horizontale Prüfung)?“, „Ist es möglich alle Positionen des zu reservierenden Auftrags in einer einzelnen Ebene zu reservieren (vertikale Prüfung)?“ Die Prüfungen erfolgen dabei in mehreren Stufen anhand parametrierter Kriterien und werden als Regelwerk im LVS abgebildet. 

Die optimierte Bestandsreservierung und die exakte Klassifikation der Reservierungsergebnisse werden darüber hinaus dazu genutzt, um auf der Basis eines Auftragspools sinnvolle Pickaufträge innerhalb eines Rundgangs auf einer Transporteinheit zusammenzustellen. In der Praxis sieht es so aus, dass verwandte Aufträge gemeinsam in einem Batch geplant werden, jedoch mit der Einschränkung, dass der geplante Batch nicht größer als eine Transporteinheit ist. Doch was meint an dieser Stelle verwandt? Der Verwandtschaftsgrad bezieht sich hier schlicht und ergreifend auf die örtlichen Reservierungsergebnisse in den Kommissioniersegmenten. Die Planung der einzelnen Batches erfolgt dabei ebenfalls in mehrstufigen Prüfungssequenzen analog zur Bestandsreservierung mit dem Ziel, für einen Rundgang möglichst nur in einem kleinen Teil des Lagers unterwegs sein zu müssen. Berücksichtigt wird bei der gesamten Batchplanung auch die Füllbeschränkung von Transporteinheiten, die Kapazität am Folgeprozess (bspw. Packen) sowie auch die Auftragslage. Die Schalter der Strategien sind parametrierbar. 

Durch eine intelligente Kommissionierstrategie können eingehende Aufträge im Lager zeitnah, mit geringeren Wegezeiten und weniger Aufwand pro Auftrag schneller abgewickelt werden. Das sorgt nicht nur für eine erhöhte Effizienz beim Kommissionieren der Aufträge, sondern sorgt auch bei den Mitarbeitern für körperliche Entlastung und macht die Prozesse im Lager insgesamt effizienter. 

 

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Autor
Joshua Smith

Projektleiter